Vergleichbarkeit

Das ENIC-NARIC-Zentrum Frankreich hat zum 1. September 2009 ein Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen eingeführt, das auf dem Grundsatz der Vergleichbarkeit beruht.
Dabei wird Inhabern ausländischer Qualifikationen für den im Ausland erworbenen Abschluss ein Vergleichbarkeitsnachweis ausgestellt, in dem der jeweils erworbene Bildungsabschluss bezogen auf das französische System bewertet wird.
Das zur Anwendung kommende Verfahren wurde dem Verwaltungsrat der Einrichtung vorgelegt und am 31. März 2009 genehmigt.

 

Berufliche Anerkennung

Akademische Anerkennung

ENIC-NARIC-Netzes

Ausstellung des Vergleichbarkeitsnachweis für einen im Ausland erworbenen Bildungsabschluss

Allgemeine Grundsätze

Für die Bearbeitung und Ausstellung von Nachweisen gibt es keine automatische Gewährung: die Experten des ENIC-NARIC-Zentrum Frankreichs strengen für jedes vorgelegte Dossier eigene Untersuchungen an. Im Rahmen dieser Untersuchungen muss eventuell auf einschlägige Quellen zurückgegriffen oder zuständige Stellen im Ausland befragt werden und ggf. Kontakt mit den Behörden im Ursprungsland oder mit anderen Zentren des ENIC-NARIC-Netzwerks aufgenommen werden.

Die Bewertung ausländischer Abschlüsse erfolgt unter Beachtung europäischer Leitlinien (Bologna-Prozess) und einschlägiger Gesetzestexte zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen:

Verfahren

Das ENIC-NARIC-Zentrum Frankreich bedient sich zur Bewertung ausländischer Bildungsabschlüsse eines analytischen Rasters, das die Grundsätze internationaler Texte zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen innerhalb Europas berücksichtigt.
Bei diesem Raster handelt es sich um ein internes Arbeitsinstrument. Es wurde vom Enic-Naric-Zentrum Frankreich und Vertretern verschiedener Institutionen erarbeitet.

  • Direction générale pour l'enseignement supérieur et l'insertion professionnelle (DGESIP),
  • Direction des relations européennes et internationales et de la coopération (DREIC),
  • Conférence des présidents d'université (CPU),
  • Commission nationale de la certification professionnelle (CNCP),
  • Agence d'évaluation de la recherche et de l'enseignement supérieur (AERES).

Das aus zehn Elementen bestehende

analytische Raster

dient dem Experten bei Ausarbeitung der Vergleichsanalyse als Hilfsmittel.
Dabei sind zwei Ebenen zu unterscheiden:

  • zum einen die Ebene mit den "Anerkennungskriterien" (zwei Elemente), bei denen es ausschließlich um die Prüfung der Anerkennungsfähigkeit geht; die Elemente sind binärer Art und können nur mit Ja oder Nein beantwortet werden,
  • zum anderen die Ebene mit acht "Beurteilungskriterien", die formale Vergleichselemente und Elemente zur qualitativen Bewertung umfasst.
ANERKENNUNGSKRITERIEN
  Staatliche Anerkennung des Bildungsabschlusses durch das Land, in dem der Abschluss erworben wurde
Status der Bildungseinrichtung im Herkunftsland
BEURTEILUNGSKRITERIEN
Formale Messgrößen Bilaterale oder multilaterale Abkommen
Relativer Stellenwert des Abschlusses in einem nationalen bzw. internationalen Rahmen
Offizielle Studiendauer
ECTS/Kreditpunkte
Zulassungsvoraussetzungen
Abschlussspezifische Komponenten (Kenntnisse, Kompetenzen, "Learning Outcomes")
Akademische und berufliche Möglichkeiten
Qualitätssicherung Vorliegen einer unabhängigen und externen Bewertung der Ausbildung bzw. der Bildungseinrichtung